Beispiele aus der Praxis – was hat sich bewährt?

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Diese Seite greift beispielhaft einige Initiativen und Projekte aus der Berliner Praxis für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen auf und will Ideen zur Konzeptionierung, Planung und Qualitätsentwicklung von Maßnahmen und Strategien geben. Beispiele aus der Praxis geben vielfältige Anregungen und Impulse, beispielsweise hinsichtlich kreativer Zugangswege oder gelingender Kooperationen mit Partnern. Gewonnene Erfahrungen lassen sich zudem als Orientierung oder Empfehlungen nutzen und an die jeweiligen Bedarfe und Gegebenheiten vor Ort anpassen.

In Berlin bestehen vielfältige Projekte und Initiativen, die ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Demenz oder Depression und ihre Angehörigen dabei unterstützen, am kulturellen Leben, Sport und Bewegung teilzuhaben. Andere Initiativen zielen auf die Sensibilisierung der Nachbarschaften oder bieten Hilfe beim Zugang in die Versorgungssysteme:

 


 

 

Angehörige unterstützen und entlasten

 

Aktivierende Einzelbetreuung und Betreuungsgruppen

Die aktivierende Einzelbetreuung der Alzheimer Angehörigen-Initiative ist ein Angebot zur Entlastung der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz. Je nach Bedarf betreuen ausgebildete Fachkräfte und speziell geschulte Helferinnen und Helfer für zwei bis vier Stunden die Demenzerkrankten in dem gewohnten Umfeld. Die Betreuung bietet dem Angehörigen nicht nur die notwendige Entlastung, sondern trägt auch dazu bei, noch vorhandene Fähigkeiten des Demenzerkrankten aller Krankheitsstadien aufrecht zu erhalten. Daneben sind Betreuungsgruppen ein Angebot, um an einem Tag in der Woche die Erkrankten in einer kleinen Gruppe durch Fachkräfte und Helferinnen und Helfer betreuen zu lassen. Weitere Informationen bei der Alzheimer Angehörigen-Initiative

Angehörigengruppe der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Das Ziel dieser Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen mit Demenz ist es, die persönliche Situation der Angehörigen zu verbessern, indem ihre Handlungs- und Bewältigungskompetenzen gestärkt oder erweitert werden. Die Mitglieder der Gruppe gestalten die thematischen Inhalte entsprechend ihrer Bedürfnisse selbst. Die offenen Gruppen werden in unterschiedlichen Stadtbezirken angeboten. Speziell für Angehörige von Menschen mit Frontotemporaler Demenz werden ebenfalls Angehörigengruppen angeboten. Weitere Informationen bei der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Betreute Urlaube

Die Alzheimer Angehörigen-Initiative bietet „Betreute Urlaube" in beliebte Urlaubsregionen an, die Erholung bei gleichzeitiger Nähe zum Betroffenen ermöglichen. Darüber hinaus fördern die Betreuerinnen und Betreuer die körperlichen, sozialen und geistigen Fähigkeiten der Menschen mit Demenz. Der Wechsel der Umgebung ermöglicht neue Erfahrungen und setzt oftmals verloren geglaubte Fähigkeiten frei. Meistens wirkt sich der Erholungseffekt auch über den Betreuten Urlaub hinaus erleichternd auf den häuslichen Pflegealltag aus. Weitere Informationen bei der Alzheimer Angehörigen-Initiative

Betreuungsbörse

Die Betreuungsbörse ist ein Angebot für pflegende Angehörige von demenzkranken Menschen, die bei der häuslichen Betreuung einige Stunden in der Woche entlastet werden möchten. Es werden geschulte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vermittelt und begleitet, die für die pflegenden Angehörigen stundenweise die Betreuung der Demenzkranken zu Hause übernehmen. Weitere Informationen bei der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Pflegen-und-leben.de

Pflegen-und-leben.de ist eine psychologische Online-Beratung für pflegende Angehörige, die unter seelischer Belastung durch den Pflegealltag leiden. Anonym, kostenfrei und datensicher können sich Ratsuchende über das Internetportal anmelden, ein virtuelles Postfach einrichten und von dort ihre Anliegen und Sorgen direkt an geschulte Psychologinnen und Psychologen schreiben. Weitere Informationen unter www.pflegen-und-leben.de

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Nachbarschaft sensibilisieren

 

„Allein lebende Demenzkranke – Schulung in der Kommune“

Bisher gibt es in Deutschland nur wenig spezialisierte Unterstützungsmodelle für allein lebende Menschen mit Demenz. Das Projekt der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. wurde von Januar 2007 bis April 2010 aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Zielgruppe waren Menschen, die in ihrem Alltag, ob privat oder beruflich, in Kontakt mit Menschen mit Demenz kommen. Das Projekt sollte zur Sensibilisierung des Umfeldes und zum Erkennen von Unterstützungsbedarf beitragen. Die erarbeiteten Materialien stehen in Form einer DVD zur Verfügung. Weitere Informationen bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

Ausstellung „Wenn plötzlich Puzzleteile fehlen“

Die biographische Ausstellung wurde im Auftrag der Initiative Demenzfreundlich! Treptow-Köpenick erarbeitet und gestaltet. Es sind Porträts von Menschen mit Demenz mit besonderem Fokus auf deren individuelle Erfahrungen und Einblicke in ihre Gedankenwelt entstanden. Ausgewählt wurden acht Menschen aus verschiedenen Wohn- und Betreuungsformen. Die Ausstellung soll auf die Situation von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen aufmerksam machen, aber auch die Arbeit und Anliegen der Initiative transportieren. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert. Weitere Informationen bei Demenzfreundlich! Treptow-Köpenick (PDF)

Demenz – ein Thema für den Unterricht

Demenz als kritisches Lebensereignis betrifft die ganze Familie. Kinder erleben die Veränderungen ihrer Großeltern oder anderer Angehörigen und oft auch die Belastung der Eltern durch eine hinzukommende Pflegesituation. Das Projekt Demenz – ein Thema für den Unterricht" bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, wichtige soziale Fähigkeiten zu erlernen und zu vertiefen. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der „Demenzfreundlichen Initiativen“ in Berlin, der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. und der Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung. Idee und Ziel des Projektes ist es, Lehrkräfte darin zu unterstützen, Schülerinnen und Schülern Wissen über Demenzerkrankungen und den Umgang mit den Betroffenen altersgerecht zu vermitteln. Dabei kann auf die Erfahrungen und Materialien der Deutschen Alzheimer Gesellschaft aus dem Handbuch „Alzheimer & You – Praxishandbuch für den Unterricht“ zurückgegriffen werden. Das Handbuch wurde für Lehrpersonal mit dem Ziel entwickelt, Jugendlichen das Thema Demenz nahe zu bringen. Weitere Informationen zum Handbuch bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.

Kieznester – Qualitätsgesicherte häusliche Betreuung im Kiez

Das Angebot richtet sich an alle älteren Menschen mit Betreuungsbedarf. Dies sind insbesondere Menschen, die nicht mehr alleine bleiben können oder wollen, ältere Menschen, die in ihrem Alltag nicht mehr allein zurechtkommen und Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankung (z.B. Parkinson, Demenz oder nach Schlaganfall) Hilfe und Betreuung benötigen. Engagierte Bürgerinnen und Bürger öffnen ihr Zuhause und empfangen ältere Menschen als Gäste. Von einem bis zu drei Tagen in der Woche werden die Gäste in kleinen familiären Gruppen möglichst im nachbarschaftlichen Umfeld betreut. Die Gastgeberinnen und Gastgeber sind Menschen, die Freude im Umgang mit Anderen haben und ihnen besonders einfühlsam begegnen. Beim gemeinsamen Kochen und Einnehmen der Mahlzeit wird jeder so akzeptiert, wie er ist und entsprechend seiner Fähigkeiten einbezogen und gefördert. Weitere Informationen bei Die Kurve GmbH

Momente bewahren – Menschen mit Demenz malen

Der Interessenverbund Gesundheit im Alter gestaltet ein Projekt mit dem Titel „Momente bewahren – Menschen mit Demenz malen“. Menschen mit Demenz erhalten dabei die Möglichkeit mit kunsttherapeutischer Begleitung Bilder zu malen und zu gestalten. Dazu sind Kunstgruppen an verschiedenen Orten im Bezirk tätig. Ziel ist es, den nachbarschaftlichen Gedanken zu fördern und das Verständnis für demenziell erkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen zu stärken. Einige der entstehenden Werke werden in den kommenden Monaten als Teil einer ständig wachsenden Wanderausstellung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf in verschiedenen öffentlichen Ausstellungsorten zu sehen sein. Die jeweiligen Ausstellungseröffnungen werden durch Vorträge, Lesungen oder Filmvorführungen zum Thema ergänzt. Die Krankheit Demenz soll damit angesprochen, enttabuisiert und ins Bewusstsein gerückt werden. Begleitende Gesprächsmöglichkeiten sollen helfen, Ängste im Umgang mit Demenz zu überwinden und einen toleranten Umgang mit der Krankheit und betroffenen Menschen zu fördern. Demenziell erkrankte Menschen, die häufig von sozialer Isolation betroffen sind, sollen mit diesem Projekt die Gelegenheit bekommen, ihrem Denken und Fühlen mit dem Pinsel in der Hand selbst Ausdruck zu verleihen. Weitere Informationen beim Interessenverbund Gesundheit im Alter

Schulungsangebot „Wissen zum Umgang und zur Kommunikation mit Menschen mit Demenz im speziellen beruflichen Kontext“

Im Rahmen der Informationsveranstaltung werden Kenntnisse über Demenz und deren Auswirkungen auf die Alltagskompetenz der Betroffenen vermittelt. Es geht in erster Linie darum, Verständnis für die Betroffenen zu entwickeln und Kommunikationsformen kennen zu lernen, die einen verstehenden Zugang fördern. Des Weiteren sollen die Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer Kenntnis über bestehende Beratungs- und Hilfsangebote erhalten. Hemmschwellen bei der Kontaktaufnahme zu bestehenden Angeboten sollen abgebaut werden. Die Schulungen finden in Kooperation mit der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. basierend auf dem durch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. entwickelten Programm „Allein leben mit Demenz“ statt. Aktuell konzentriert sich das Angebot auf Branchen, die in der täglichen Arbeit mit demenzerkrankten und pflegebedürftigen Menschen in Kontakt kommen. Das betrifft Polizei, Feuerwehr und Krankentransporte. Dazu stehen besonders Wohnungsbaugesellschaften, weite Teile des Einzelhandels, aber auch das Bankenwesen und Abteilungen des Bezirksamtes im Fokus. Weitere Informationen bei Demenzfreundlich! Treptow-Köpenick (PDF)

Vergissmeinicht – Menschen mit Demenz im Scheinwerferlicht

Das Theater der Erfahrungen holt seit über 30 Jahren die Geschichten des Alltags auf die Bühne und schöpft dabei aus den Erinnerungen und Erfahrungen der Spielerinnen und Spieler, aus ihrer Sehnsucht, ihren Wünschen und Hoffnungen – so auch im vierteiligen Projekt Vergissmeinicht. Dabei befasst sich die Initiative des Nachbarschaftsheims Schöneberg damit, über das Thema Demenz generationenübergreifend aufzuklären und für Ehrenamt und Berufe in diesem Zusammenhang zu begeistern. Theaterstücke mit Schauspielerinnen und Schauspielern, Menschen mit Demenz und einer Altenschauspielgruppe wurden aufgeführt, aufgezeichnet und in Schulen und Jugendeinrichtungen vorgeführt. In der Abschlussveranstaltung im Juni 2014 wurde das Projekt präsentiert und diskutiert. Weitere Informationen beim Theater der Erfahrungen

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Soziale Teilhabe unterstützen

 

„Augenblicke im Museum" für Menschen mit Demenz

Die Berliner Gemäldegalerie bietet in Zusammenarbeit mit der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. seit dem Welt-Alzheimertag 2012 regelmäßig Führungen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige an. Demenzerkrankten soll damit ein Stück Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht werden. Mit Kunst können positive Erinnerungen und Emotionen geweckt werden – etwa bei der Betrachtung von Landschaftsbildern oder Motiven zu Gefühlen oder Genuss. Von Kunstpädagoginnen und -pädagogen werden für die gemeinsamen Rundgänge ausgewählte Themen oder Motive von Museumspädagoginnen und -pädagogen aufbereitet. Die Rundgänge sind dabei in Durchführung und Ablauf an die Bedürfnisse der Demenzkranken angepasst. Weitere Informationen bei der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Berliner Zooberühmtheiten - Museumsführung für Menschen mit Demenz

Einmal im Monat werden Menschen mit Demenz und Angehörige zu einer besonderen Museumsführung eingeladen. Über Geschichten und Anekdoten zu den bekannten Zootieren will das Museum demenzerkrankten Besuchern einen Zugang zu Erinnerungen ermöglichen und zum Erzählen anregen. Zoolieblinge können betrachtet, Tierfelle, wie das eines Löwen, ertastet und unterschiedliche Tierstimmen gehört und erraten werden. Ein gemeinsames Kaffeetrinken am Ende der Führung gibt Raum und Zeit zum Austausch.

Das Programm wurde vom Museum für Naturkunde Berlin und dem Malteser Hilfsdienst e.V. entwickelt und wird von beiden begleitet. Für 2015 stehen die Termine bereits fest. Teilnehmen können 6-10 Personen. Weitere Informationen unter Malteser Hilfsdienst e.V.

Demenzfreundliche Führungen im Museum Pankow

Das Angebot des Malteser Hilfsdienst e.V. richtet sich an alle Menschen mit einer demenziellen Veränderung und an Angehörige, Betreuerinnen und Betreuer sowie Pflegekräfte von Betroffenen. In einem familiären Rahmen von maximal zehn Teilnehmenden erhalten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit in die Vergangenheit einzutauchen. Während der Führung können die Besucherinnen und Besucher verschiedene Zimmer einer rekonstruierten und teilweise original erhaltenden Wohnung um 1900 besichtigen. Dabei werden mehrere Sinne und Ausdrucksformen angesprochen: Erinnerungen dürfen erzählt, Gegenstände wie Waschbrett und Bügeleisen angefasst und der Musik aus Grammophon und Spieluhr darf gelauscht werden. Klänge des Klaviers im Salon regen zum Tanzen oder Mitsingen bekannter Volkslieder an. Bei einer Tasse Kaffee und etwas Gebäck können die Besucherinnen und Besucher anschließend ihre Eindrücke ausklingen lassen und den Ausstellungsbesuch abrunden. Das Angebot ist kostenfrei. Weitere Informationen unter Malteser Hilfsdienst e.V.

DemenzNetz Berlin-Spandau

Der Berliner Bezirk Spandau erweitert im Rahmen des geförderten Projekts zur demenzfreundlichen Kommune die bestehenden Netzwerke um zivilgesellschaftliche Akteure wie z.B. Wohnungsgesellschaften, Stadtteil- und Quartiersmanagement, Einzelhändler, Selbsthilfe- und Angehörigenorganisationen. Die Öffentlichkeit wird durch Informationsangebote für die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sensibilisiert. Kontaktpersonen wie z.B. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Stadtteilcafés, Hausmeister und Ehrenamtliche im Besuchsdienst, denen eine zunehmende Verwirrung oder Hilfebedarf im Alltag auffallen, werden mittelfristig zu „DemenzLotsen“ ausgebildet. Sie bilden kleine wohnortnahe Netzwerke, vermitteln nachbarschaftliche Hilfe und kennen professionelle Hilfs- und Beratungsangebote. In der Zusammenarbeit mit Spandauer Haus- und Fachärztinnen und -ärzten verbessert sich der frühzeitige Zugang zu Diagnostik, Therapie und psychosozialer Versorgung. Dadurch können Menschen mit Demenz länger in der eigenen Häuslichkeit verbleiben und am kommunalen Leben teilhaben. Angesiedelt ist das DemenzNetz beim Gerontopsychiatrischen Verbund Spandau. Träger der DemenzLotsen ist die Kontaktstelle PflegeEngagement Spandau, diese zu Sozial-kulturelle Netzwerke casa e.V. gehören. Weitere Informationen beim GPV Spandau und bei casa e.V.

Es war einmal...Märchen und Demenz

Märchen sind eines der ältesten Kulturgüter. Für Kinder sind sie die erste Berührung mit Literatur und Erwachsene erinnern sich zeitlebens an sie. Das Projekt „Es war einmal… Märchen und Demenz“ greift diesen Aspekt auf und nutzt Märchen, um einen Zugang zum Langzeitgedächtnis von Demenzpatientinnen und -patienten zu schaffen. Das kreativ-therapeutische Pflegekonzept wurde von Märchenland – Deutsches Zentrum für Märchenkultur initiiert und startete im September 2012. In mehreren Pflegeeinrichtungen wurden bisher insgesamt 70 Erzählstunden für Demenzkranke angeboten. Pflegekräfte nehmen das Projekt positiv auf und berichten, dass die Patientinnen und Patienten Märchentexte mitsprechen und dadurch eine Entspannung gerade unruhiger Patientinnen und Patienten eingetreten ist. Die Pilotphase des Projekts, das von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales gefördert wurde, endete im März 2013. Weitere Informationen bei Märchenland - Deutsches Zentrum für Märchenkultur

Haltestelle Diakonie

Dieses Projekt unterstützt alleinlebende ältere pflegebedürftige Menschen mit einer Demenz oder einer psychischer Erkrankung sowie ihre Angehörigen. Dazu bietet die Haltestelle wohnortnahen Gruppen einen regelmäßigen häuslichen Besuchsdienst an. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in dem Umgang mit Menschen mit Demenz geschult sind, besuchen die Betroffenen stundenweise zu Hause. Zurzeit gibt es elf „Haltestellen“ in Berlin. 

Weitere Informationen bei der Haltestelle Diakonie

Kompendium zu Achtsamkeit und seelsorgerischer Begleitung

Bei der Ausgestaltung demenzfreundlicher Kommunen will die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde des Bezirks Schöneberg in Berlin ihre Ressourcen kreativ einbringen. Das Projekt dient der Erstellung eines Kompendiums mit Beispielen für eine aufsuchende, gemeindenahe, seelsorgerische Begleitung von Menschen mit Demenz in ihrem angestammten häuslichen Umfeld. Gemeindemitglieder und Seelsorger werden darin gestärkt, sich der spirituellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz achtsam anzunehmen. Ergebnis der Bemühungen wird eine dokumentierende Handreichung sein. Im Zuge ihrer Umsetzung erfolgt der Aufbau einer Gruppe Ehrenamtlicher, die innerhalb der Kommune seelsorgerisch bei Menschen mit Demenz tätig werden. Weitere Informationen beim Geistlichen Zentrum für Menschen mit Demenz und deren Angehörige

Leben mit Tieren e.V.

Der Verein bietet Besuchsdienste mit Hunden in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen, Wohngemeinschaften und Privathaushalten in Berlin und Umgebung an. Die dabei entstehenden Gespräche wirken der Isolation vieler alter Menschen, besonders in Heimen, entgegen. Seit 2007 besteht dieses Angebot auch für Menschen mit Demenz oder anderen psychischen Erkrankungen in Betreuten Wohngemeinschaften und zu Hause. Weitere Informationen bei Leben mit Tieren e.V.

Lesepaten in Pflegeheimen

Aufgrund der knappen Personalsituation hat das Pflegepersonal häufig wenig Zeit für den einzelnen Menschen. Gerade für soziale Zuwendung und persönliche Gespräche fehlt die Zeit. Viele Pflegeheime bemühen sich, Ehrenamtliche zu gewinnen, die diesen Mangel ausgleichen. Das Projekt „Lesepaten in Pflegeheimen“ kann die Hemmschwelle herabsetzen, sich auf pflegebedürftige Menschen, häufig auch mit Demenz, und die Situation in einem Pflegeheim einzulassen. Mit dem Vorlesen oder Erzählen haben die Ehrenamtlichen eine konkrete Aufgabe, die die Kontaktaufnahme zu einem fremden Menschen in einer ihnen häufig unbekannten Lebenssituation vereinfacht. Für die pflegebedürftigen Menschen bedeutet der Besuch einer Lesepatin oder eines Lesepaten Anregung im Alltag. Gleichzeitig können sie das Gefühl persönlicher Zuwendung genießen. Der Lesestoff muss sich an der individuellen Situation des Pflegebedürftigen, seinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten sowie seinen persönlichen Interessen ausrichten. Bei Demenzerkrankten kann dies das Erzählen von Märchen und Gedichten sein – es kann bei ihnen Erinnerungen hervorrufen, Ausdauer und Konzentration schulen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen werden in einer Schulung zu den Themen Demenz, Vorlese- und Erzähltechniken, Literaturauswahl und den Besuch eines Pflegeheimes auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Weitere Informationen beim Diakonischen Werk Steglitz-Zehlendorf

Tanzcafé der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Selbstwertgefühl und Wohlbefinden von Menschen mit Demenz stärken – dies ist Anliegen der Tanzcafés, die von der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. (AGB) in den vier Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick und Spandau betrieben werden. Hier können die Teilnehmenden neue Kontakte knüpfen und Freude am Tanzen und Singen entdecken. Angehörige sollen entlastet und bei Bedarf beraten werden. Jeweils einmal im Monat treffen sich Menschen mit Demenz, Angehörige, Seniorinnen und Senioren sowie Ehrenamtliche. Ein Alleinunterhalter spielt altbekannte Tanzmusik und das begleitende Pflegepersonal sowie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer fordern die Menschen mit Demenz aktiv zum Tanz auf. Entspannung und Spaß stehen an erster Stelle. Mit diesem Angebot leistet die AGB darüber hinaus zusammen mit den jeweiligen Kooperationspartnern einen Beitrag zu einer aktiven Nachbarschaft. Weitere Informationen bei der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Treffpunkte für Menschen mit beginnender Demenz plus Angehörigengruppen

Die Gruppenaktivitäten der Treffpunkte orientieren sich immer an den Wünschen der Teilnehmenden. Während des wöchentlich vierstündigen Programms sind zum Beispiel Unternehmungen wie Museums- und Ausstellungsbesuche und kleine Ausflüge in die nähere Umgebung möglich. Die Zeit im Gruppenraum wird gerne für alltagspraktisches Gedächtnistraining, Bewegung mit Musik, aber auch zum regen Austausch der Betroffenen untereinander genutzt. Die Treffen werden durch geschulte Ehrenamtliche begleitet. Einmal monatlich finden parallel zu dem Gruppenangebot Gesprächsgruppen für Angehörige statt. Beide Gruppenangebote werden von Fachkräften begleitet und koordiniert. Weitere Informationen bei der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V.

Unterwegs in Lichtenberg

Aus einer Kooperation des Demenzfreundliche Kommune Lichtenberg e.V., der LBD-Lichtenberger BetreuungsDienste gGmbH und der Sozial- und Pflegestützpunkt Biloba gGmbH im Jahr 2012 mit dem Ziel, ein Begegnungs- und Bewegungsangebot für Menschen mit und ohne Demenz zu entwickeln, entstanden die sogenannten Spaziergangsgruppen. Zentrale Anliegen des Konzeptes sind u.a. Stärkung der Lebensqualität, Aktivierung der Selbstständigkeit, Förderung eines aktiven Lebensstils und gesellschaftliche Teilhabe. Wesentlich ist auch die Einbindung von interessierten Teilnehmenden und Ehrenamtlichen in die Planung, Organisation und Durchführung. Die Teilnahme an den Spaziergängen ist kostenlos. Weitere Informationen bei der Demenzfreundlichen Kommune Lichtenberg e.V.

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Zugang zur Versorgung verbessern

 

„Das KEH auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus …“

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) ist ein Krankenhaus der Regelversorgung. Der Anteil älterer und hochbetagter Patientinnen und Patienten in den somatischen Abteilungen ist hoch und nimmt seit mehreren Jahren stetig zu. Vor diesem Hintergrund ist das Krankenhaus seit längerem dabei, strukturelle Veränderungen der Versorgung dieser Klientel zu entwickeln. Ab 2007 wurde ein Ernährungsassessment in der Gerontopsychiatrie etabliert. Ein Ergebnis dieser empirischen Untersuchung war, dass ein demenzfreundliches Essen und ein Schluckscreening im gesamten Krankenhaus, also auch auf den somatischen Stationen, eingerichtet wurden. Durch den Einsatz eines speziell geschulten Altenpflegers konnte die Häufigkeit postoperativer Delirien stark gesenkt werden. Ein pflegerischer gerontopsychiatrischer Konsiliardienst, der die Etablierung des Delirmanagements unterstützt, wurde bereits aufgebaut. Gemeinsam mit dem Diakonieverein Zehlendorf und der AOK Nordost wird im Jahr 2015 eine Ausbildung zum Pflegeexperten Demenz für die Krankenhäuser in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angeboten. Im Rahmen dieser Kooperation werden seit Januar 2015 nachstationäre Behandlungskonzepte (Pflege in Familien fördern - PfiFf) für die somatischen Fachabteilungen des KEH umgesetzt. Weitere Informationen beim Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (PDF)

PIBB – Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg

Die Verbesserung der Versorgung psychisch Kranker, insbesondere schwer Erkrankter, durch koordinierte Zusammenarbeit und Vernetzung aller Akteure der psychiatrischen Versorgung ist das Leitmotiv der PIBB - Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg. Im Behandlungsverbund, an dem auch Psychotherapeutinnen und -therapeuten, Haus- und Klinikärztinnen und -ärzte wie auch weitere Akteurinnen und Akteure aus Krisendiensten und dem öffentlichen Gesundheitswesen teilnehmen, werden Behandlungspfade entwickelt und eine gemeinsame therapeutische Haltung formuliert, die sich an den Notwendigkeiten, Bedürfnissen und Ressourcen des psychisch Erkrankten orientiert. In den von der PIBB mit der DAK und der BKK VBU abgeschlossenen Verträgen zur Verbesserung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung psychisch schwer Kranker bestehen spezielle Versorgungsmöglichkeit für Patientinnen und Patienten unter anderem mit Depression und Demenz. Weitere Informationen bei der PIBB

Schutzräume für Menschen mit Demenz – Zuflucht im Dschungel der Großstadt

Orientierungslos und ohne Erinnerung an die eigene Identität mitten in Berlin – für Menschen mit beginnender Demenz und deren Angehörige ein Alptraum. Innere Unruhe oder dringende Besorgungen sind Anlässe für Menschen mit Demenz, sich dem Straßenverkehr auszusetzen. Durch aufmerksame Bürgerinnen und Bürger wird meist die Polizei gerufen, damit die Beamtinnen und Beamten die Identität klären und helfen – oftmals schnell und unkompliziert. Wo es länger dauert, sorgt ein Angebot in mehreren Bezirken dafür, dass Demenzerkrankte in sogenannten Schutzräumen kostenlos bedarfsgerecht versorgt werden. Diese Schutzräume basieren auf einer Vereinbarung zwischen der zuständigen Polizeidirektion, den Bezirksämtern und stationären Pflegeheimen, die Mitglieder in den Gerontopsychiatrischen Verbünden der Bezirke sind. Nach Anruf der Polizei wird die Person mit Demenz übergangsweise im Heim aufgenommen und solange versorgt, bis die Polizei notwendige Informationen zur Identität hat. Die Mitarbeiter des Heims melden sich ihrerseits bei der Polizei, wenn die Person ihre Orientierung gefunden hat oder anderweitige Hinweise gefunden wurden. Diesen Service bieten die beteiligten Trägerorganisationen der Polizei kostenlos an, auf Anfrage werden auch Schulungen für die jeweiligen Polizeiabschnitte über Demenz durchgeführt.

Angefangen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf haben sich weitere Schutzräume bisher in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln, Pankow, Spandau und Tempelhof-Schöneberg etabliert, weitere Bezirke sollen folgen. Weitere Informationen z.B. beim GPV Charlottenburg-Wilmersdorf e.V.

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Ansprechpartner

Stefan Weigand

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Friedrichstraße 231

10969 Berlin

Tel.: 030 44 31 90 66

E-Mail: weigand(at)gesundheitbb.de

Anregungen

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