Gesund aufwachsen in Berlin

Das Gesundheitsziel 'Gesundheitschancen für Kinder und Jugendliche erhöhen – Benachteiligung abbauen'

 

Im Jahr 2007 wurde das Gesundheitsziel „Gesundheitschancen für Kinder und Jugendliche erhöhen – Benachteiligung abbauen“ beschlossen. Begonnen wurde damit, die Zielgruppe der 0- bis 6-Jährigen in den Blick zu nehmen. Neben Struktur- und Prozesszielen, die allerdings nicht genauer spezifiziert wurden, hat die LGK Ergebnisziele in den Handlungsfeldern Ernährung, Bewegung und Sprachentwicklung verabschiedet, die zum Teil auf Basis der Daten der Einschulungsuntersuchungen quantifiziert werden konnten.

Das Gesundheitsziel umfasst aktuell folgende Handlungsfelder und Teilziele:

  • Ernährung: den Anteil normalgewichtiger Kinder erhöhen.
  • Bewegung: den Anteil der Kinder mit unauffälligen motorischen Entwicklungsbefunden erhöhen.
  • Sprachentwicklung: den Anteil der Kinder mit unauffälligen sprachlichen Entwicklungsbefunden erhöhen.
  • Das übergeordnete Ziel lautet: Gesundheitliche Ungleichheiten zwischen benachteiligten und nicht benachteiligten Zielgruppen sind reduziert.
Die Arbeitsgruppe „Gesund aufwachsen“

Die AG „Gesund aufwachsen“, ehemals „Kita und Gesundheit“, begleitet den Gesundheitszielprozess und trifft sich seit Beschluss des Gesundheitsziels im Jahr 2007 quartalsweise. Die AG beschäftigt sich mit der (Weiter-)Entwicklung von Zielen in diesem Handlungsfeld, dem Monitoring des Zielprozesses und dem Initiieren von entsprechenden Kooperationen und Maßnahmen. Mitglieder in der AG sind aktuell u. a. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen:

  • Bezirke (Organisationseinheit Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Abteilung Gesundheitsförderung)
  • die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung
  • die für Bildung und Jugend zuständige Senatsverwaltung
  • Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi)
  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Wohlfahrtsverbände (v. a. Paritätischer Wohlfahrtsverband und Arbeiterwohlfahrt)
Gesundheitsziel praktisch

Exemplarische Aktivitäten in den Handlungsfeldern:

  • Das Thema „Gesund aufwachsen“ war in den vergangenen Jahren wiederholt ein Schwerpunkt in den LGK-Gesundheitsforen bzw. den öffentlichen LGKs
  • Die erste IBE aller LGK-Mitglieder 2013 hatte das Ziel, eine Übersicht bestehender Angebote im Handlungsfeld Kita zu schaffen
  • Für das Monitoring des Kindergesundheitszielprozesses wurde der Fokus zunächst auf das Setting Kita gerichtet. Berlinweit erhobene Daten zur Kita-Qualität und zur kindlichen Entwicklung und Gesundheit werden im Rahmen des Monitorings intensiv genutzt. 2016 wurde der bisherige Kindergesundheitszielprozess reflektiert, sodass 2017 eine Erweiterung und Überarbeitung des Gesundheitsziels stattfinden kann.
Voraussetzungen schaffen für die Verfolgung der Kindergesundheitsziele

Durch die Zusammenarbeit im Rahmen der AG „Gesund aufwachsen“ und die daraus hervorgegangenen Kooperationen zwischen den für Gesundheit und Bildung zuständigen Senatsverwaltungen, dem BeKi und der Fachstelle kann auf berlinweit erhobene Daten für das Setting Kita zurückgegriffen werden und im Rahmen des Monitorings des Kindergesundheitszielprozesses Qualität und Qualitätsentwicklung von Konzepten der Prävention und Gesundheitsförderung in Kitas abgebildet werden.

Das BeKi wurde im Jahr 2010 durch die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung damit beauftragt, eine Sekundäranalyse vorliegender Kita-Konzeptionen und interner Evaluationen zu erstellen. Um kontinuierlich Daten zur Qualität und zum Umsetzungsstand von Prävention und Gesundheitsförderung in Kitas zu erhalten, entwickelte das BeKi ein Konzept für eine Längsschnittstudie. Hier wurden in den Jahren 2008 und 2012 insgesamt 170 Kita-Konzeptionen einbezogen. Eine weitere Befragung von Fachkräften aus Kitas zu ihren Praxiserfahrungen mit der internen Evaluation zum Berliner Bildungsprogramm wurde 2010 und 2012 in insgesamt 1357 Kitas durchgeführt. Die nächste Erhebung von Kita-Konzeptionen findet derzeit statt. Ebenso sind aktuell Ergebnisse aus den Zielvereinbarungen der internen Evaluationen der Erhebung von 2014 zu erwarten.

Um das neu aufgebaute Monitoring des Berliner Kindergesundheitszielprozesses zu ergänzen, wurde 2012 im Rahmen der AG „Gesund aufwachsen“ (ehemals AG „Kita und Gesundheit“) eine qualitative Erhebung initiiert. Mit der Umsetzung wurde die Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung durch die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung beauftragt. Mittels der qualitativen Untersuchung werden das bereits in Berlin umgesetzte Konzept „Bewegungsfreundliche Kita“ und das Landesprogramm „Kitas bewegen – für eine gute gesunde Kita“ hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Organisationsentwicklung in Kitas sowie auf die Gesundheit von Kita-Personal und auf das subjektive Wohlbefinden von Kindern betrachtet.

Gemeinsam mit den regelmäßig durch die Gesundheitsberichterstattung Berlin ausgewerteten Daten der Einschulungsuntersuchungen bildet das Monitoringkonzept für die kitabezogenen Kindergesundheitsziele eine gute Datenbasis, um Aussagen zum Stand der Qualität und der Qualitätsentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung in Berliner Kitas zu treffen. Auf dieser Grundlage kann ein wichtiger Beitrag zu deren Weiterentwicklung geleistet werden und damit ein gesundes Aufwachsen möglichst aller Kinder unterstützt werden.

Ansprechpartnerin

Maren Janella

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung

Tel.: 030 - 44 31 90 76

E-Mail: janella[at]gesundheitbb.de