Das Aktionsprogramm Gesundheit entwickelt sich weiter

Wednesday, 27. September 2017

Was hat sich 2017 beim APG getan? Die Unterstützung beim Auf- und Ausbau von Präventionsketten, die Aufstockung der Mittel und die Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie für Bewegungsförderung gehören u. a. zu den neuen Entwicklungen im Programm.

Derzeit besteht ein bedeutender Aspekt des APG darin, die Bezirke beim Aufbau von integrierten kommunalen Strategien („Präventionsketten“) zu unterstützen. Dies geschieht unter anderem durch die Mitfinanzierung der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Berlin (KGC) und durch die Vergabe von Mitteln für Gesundheitsförderung direkt an die Bezirke. Für die kommenden zwei Jahre sollen die Mittel für die Bezirke weiter aufgestockt werden. In 2017 konnten die Bezirke zudem Gelder für niedrigschwellige Angebote der Bewegungsförderung in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus unterstützt das APG die Landesprogramme „Gute gesunde Kita“ (LggK) sowie „Gute gesunde Schule“ (LggS). In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SenInnDS) werden Maßnahmen im Bereich der Bewegungsförderung unterstützt. In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenStadtWo) kann die Clearingstelle für Gesundheit in Quartieren der Sozialen Stadt umgesetzt werden.

Gesamtstädtische Strategie für Bewegungsförderung

Im Rahmen des APG treffen sich regelmäßig Vertreter*innen aus verschiedenen Senatsverwaltungen, den Bezirken und dem Zentrum für Bewegungsförderung  Berlin (ZfB), um sich gemeinsam über Fördermaßnahmen, -modalitäten sowie konzeptionelle Fragen zur Weiterentwicklung des APG abzustimmen. Aus dieser Zusammenarbeit ist im Frühjahr 2016 der Impuls zur Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie für Bewegungsförderung hervorgegangen, zu der im Oktober 2016 eine Dialogplattform unter dem Motto „Strukturen kommen in Bewegung“ stattfand, an der zahlreiche Fachkräfte auf Landes- und Bezirksebene teilgenommen haben. Hier wurden wichtige Anregungen zur Bewegungsförderung in den Lebenswelten Kita, Schule, öffentlicher Raum und Pflegeeinrichtungen erarbeitet.
Die Ergebnisse der Dialogplattform sind vom ZfB aufbereitet worden und wieder zurück in das Koordinierungstreffen des APG geflossen. Um die Strategie bzw. Handlungsempfehlungen weiter auszuarbeiten, finden derzeit zu den vier Lebenswelten Expert*innengespräche statt. Geplant ist, die angereicherten Handlungsempfehlungen unter Beteiligung weiterer Praxispartner*innen in 2018 weiter zu diskutieren.

Erste Kooperationsvereinbarung

Mit dem Präventionsgesetz wird die Zusammenarbeit verschiedener Krankenkassen untereinander, mit anderen Sozialversicherungsträgern und staatlichen Akteuren wie dem Senat oder den Bezirken gefordert. Das sind neue Anforderungen, die neue Formen der Absprache solch unterschiedlicher Akteure erfordern. Mit dem kooperativen Modellprojekt „Bewegung, Mobilität und Teilhabe älterer Menschen im Rahmen vernetzter Arbeit im Sozialraum fördern “ konnte eine erste Kooperationsvereinbarung mit Beteiligung der Krankenkassen und staatlicher sowie nichtstaatlicher Akteure erfolgreich verhandelt und abgeschlossen werden. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V. haben in Kooperation mit dem „Netzwerk für mehr Teilhabe älterer Menschen in Kreuzberg“ und in Abstimmung mit den Kooperationspartner*innen und das Konzept entwickelt. In diesem Modellprojekt soll gezeigt werden, wie über die vernetzte Arbeit im Sozialraum Angebote der Alltagsmobilisierung, Teilhabe, Bewegungsförderung und Sturzprävention etabliert und Zugänge für ältere und hochaltrige Menschen ermöglicht werden können.

Begleitung kooperativer Modellprojekte

Das ZfB begleitet sowohl das o. g. Modellprojekt als auch die Adaption und Umsetzung des Lübecker Modells Bewegungswelten
in der Modellregion Pankow, gemeinsam mit dem Bezirksamt Pankow und dem Netzwerk "Qualitätsverbund Netzwerk im Alter – Pankow e.V. " (QVNIA e. V.). Das Projekt leistet in den Settings vollstationäre Pflegeeinrichtungen und altersgerechtes Wohnen einen Beitrag zur Entwicklung der Berliner Strategie für Bewegungsförderung. Um bedarfsgerechte und nachhaltige Maßnahmen der Bewegungsförderung als Baustein einer gesamtstädtischen Strategie insbesondere für ältere Menschen in schwieriger Lage zu etablieren, gilt es die bezirklichen Besonderheiten zu berücksichtigen, etablierte Strukturen zu nutzen und diese zu stärken.


Die Zusammenarbeit im Rahmen des APG wird künftig weiter intensiviert und die Modellprojekte hinsichtlich ihrer Transferfähigkeit näher beleuchtet.



Kontakt:
Michael Reese
Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung
E-Mail: Michael.Reese[at]SenGPG.Berlin.de