Der Setting-Ansatz in der Kita

Gesundheitsförderung in der Kita zielt auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Kinder und Erwachsenen in der Einrichtung. Was empfinden sie als belastend, wie kann der Alltag so gestaltet werden, dass Gesundheit gefördert und gesunde Lebensstile unterstützt werden. Gesundheitsförderung ist damit ein ganzheitliches Konzept, bei dem die Kita von und mit den Kindern und Erwachsenen zu einer gesünderen Lebenswelt entwickelt wird.

Das Thema Gesundheit in Kitas wird jedoch oft auf einzelne Themen reduziert, die teils in begrenzten Projekten bearbeitet werden. In der Praxis stehen diese Themen dann oft nebeneinander, ihre Bearbeitung erfordert jeweils wieder neuen Aufwand.

„Neu ist es dagegen, die verschiedenen Themen unter dem Fokus „Gesundheitsförderung“ in ein Konzept einzubinden, sodass sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf die Entwicklung gesundheitsförderlicher Einstellungen und Verhaltensweisen ergänzen und stärken, statt unverbunden in einer langen Kette von Projekten zu stehen. Das Ziel ist dabei, einen positiven Veränderungsprozess in allen Alltags- und Bildungsbereichen in Gang zu setzen, von dem die gesamte Einrichtung mit allen Beteiligten profitiert. Dazu gehört es, Gesundheitsförderung in allen regelmäßig wiederkehrenden Routinen und Bildungsangeboten zu verankern. Damit handelt es sich nicht mehr um ein Projekt, sondern es steht die Kindertagesstätte als Organisation im Mittelpunkt, die mit ihren Möglichkeiten den Alltag gesundheitsförderlich gestaltet. Durch dieses systematische Vorgehen kann Gesundheitsförderung zur Steigerung der Bildungs- und Erziehungsqualität beitragen und wird zum Qualitätsmerkmal.

Dazu orientiert sich die Gesundheitsförderung am sogenannten „Settingansatz“. Ziel eines Setting-Projektes ist es, gesunde Lebenswelten zu schaffen. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass sich die Aktivitäten nicht allein auf das Verhalten von einzelnen, sondern ebenso auf den Ort richten, an dem Menschen den größten Teil ihrer Zeit verbringen. solche settings sind z. B. Kindertagesstätten und schulen, aber auch Kommunen und Stadtteile oder Betriebe.

Gesundheitsförderung nach dem settingansatz setzt direkt in der Lebenswelt Kindertagesstätte an und bezieht alle Beteiligten ein, die sich dort regelmäßig aufhalten. Dazu gehören Mädchen und Jungen, Erzieherinnen und Erzieher,
weiteres pädagogisches und nicht-pädagogisches personal sowie Eltern (ggf. auch Großeltern, ältere Geschwister, d.h. alle, die Erziehungsaufgaben beim jeweiligen Kind wahrnehmen). ein weiteres Aufgabenfeld ist die Erschließung des sozialen Umfelds durch Kooperation mit wichtigen Partnern (Gesundheitsamt, Jugendamt, Beratungsstellen und therapeutische Einrichtungen, Frühförderung, Kinderschutzeinrichtungen, Ärztinnen und Ärzte etc.) und die Vernetzung im sozialen Umfeld. Zu den Zielen einer Gesundheitsförderung im Setting Kita gehört es:

  • das Lebens- und Arbeitsumfeld in der Kindertagesstätte gesundheitsförderlich zu gestalten,
  • die Gesundheitsressourcen von Beschäftigten, Kindern und Eltern zu stärken,
  • die Gesundheitskompetenzen aller Beteiligten zu stärken, allen Akteuren ein positives Konzept von Gesundheit zu vermitteln.


Einen besonders hohen stellenwert nehmen in diesem Konzept Prinzipien wie Empowerment und Partizipation ein, deren Verwirklichung als Gradmesser von Qualität angesehen wird. Voraussetzung ist also, dass es sich dabei nicht nur um Lippenbekenntnisse handelt. Diese Prinzipien sollten den Überzeugungen des Teams einer Einrichtung wirklich entsprechen. Das erfordert einen Wechsel der Blickrichtung und eine neue Bewertung der Arbeit.

Darüber hinaus sollten dem Team einige Methoden zur Umsetzung von Beteiligung (vgl. auch Blitzbefragung, Kinderkonferenz) bekannt sein. Ohne die Mitwirkung der anderen Akteure im Setting (Kinder, Eltern, hauswirtschaftliches Personal etc.) können auch sehr gute Vorhaben scheitern, u. a. wenn sie nicht den aktuellen Bedarf treffen oder die Zielgruppe sich nicht angesprochen fühlt. Verhaltensänderungen können jedoch nur langfristig stabil sein, wenn sie mit den Gewohnheiten und Werten der Menschen übereinstimmen und diese in den Alltag integrieren.“ (Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.: Gesunde Kita für alle! Hannover 2010)

Gesunde Kita für alle! Der Leitfaden zur Gesundheitsförderung im Setting Kindertagesstätte steht hier (PDF-Datei 2130KB) als pdf zur Verfügung.