Teilhabe ausbauen - Was steckt dahinter?

Teilhabe umfasst ganz verschiedene Aspekte des Lebens von Menschen im Alter. Folgende Facetten können unterschieden werden:

  • kollektive Aktivitäten (gemeinsame Freizeitgestaltung)
  • produktive Aktivitäten (Tätigkeiten verbunden mit Leistungen für Andere)
  • politische Aktivitäten (Einfluss auf gesellschaftliche Sachverhalte)
  • soziale Faktoren (z. B. Finanzen und Wohnbedingungen der Älteren)

Teilhabe und die Aktivierung älterer Menschen stellen sich als ein Prozess dar, der eng mit der Befähigung der älteren Menschen verbunden sein kann, ihr Leben und das Altern aktiv zu gestalten. In diesem Prozess werden häufig erst einmal Vorstufen von Partizipation realisiert, die später in eine direktere Beteiligung münden sollten. Chancen der Teilhabe werden jedoch häufig auch durch den sozialen und ökonomischen Status eines Menschen bestimmt. So wurde festgestellt, dass z. B. mit der Bildung auch die Komplexität der tatsächlichen Teilhabe älteren Menschen steigt. Alle Formen der Teilhabe werden maßgeblich von den Rahmenbedingungen beeinflusst, die in der Kommune herrschen. Sei es die Beteiligung am (öffentlichen) Leben oder die Inanspruchnahme gesundheitsförderlicher Angebote bis hin zur aktiven Einflussnahme auf die Gestaltung der Lebensbedingungen im Quartier. Die Gesundheitswissenschaftlerin Susanne Kümpers beschäftigt sich in der Präsentation "Soziale Teilhabe im armen Alter? Die Bedeutung des Stadtteils" (pdf) ausführlich mit diesem Zusammenhang von sozialer Ungleichheit, Kommune und Teilhabe.

Gesundheitsziele der Landesgesundheitskonferenz

Im Handlungsfeld "Strategien und Maßnahmen der sozialraumorientierten Gesundheitsförderung und sozialen Teilhabe ausbauen" des Gesundheitszielprozesses der Landesgesundheitskonferenz (LGK) wird daher die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung und Prävention als Strategie betont. In diesem Prozess wurden folgende wichtige Faktoren identifiziert, um ein aktives Altern zu fördern und die Lebensqualität im Alter zu verbessern:

  • Die Umsetzung im Setting Stadtteil als zentrale Handlungsebene
  • Die lebensweltorientierte Entwicklung und Umsetzung der Angebote mit einem zugleich hohen Partizipationsgrad der Zielgruppe
  • die Einbeziehung von informellen und/oder professionellen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
  • Die Schaffung von Räumen und Möglichkeiten für informelles Lernen und Informationsvermittlung
  • Die Anbindung gesundheitsfördernder Interventionen an soziale Ereignisse und Aktivitäten


Die LGK hat daher in diesem Prozess folgende Ziele (pdf) festgelegt:

  • Den Aufbau und die Weiterentwicklung nachbarschaftlicher/quartiersbezogener Netzwerke der Gesundheitsförderung im Alter insbesondere in Sozialräumen mit besonderem Entwicklungsbedarf fördern.
  • Partizipative Methoden der Gesundheitsförderung bekannt machen und die Anwendung unterstützen.
  • Das Wissen über niedrigschwellige Zugangswege für Zielgruppen mit hohen Präventionspotenzialen fördern.

Die Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin hat im Rahmen des  Gesundheitszielprozesses den Fachdialog "Brücken bauen - Zugänge zu Älteren gestalten und soziale Teilhabe fördern" organisiert. Im Mittelpunkt standen v. a. die Fragen, wie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren eingebunden werden können, wie eine Öffnung der Altenhilfe ins Quartier gelingen und wie in diesem Handlungsfeld ressortübergreifende Zusammenarbeit aussehen kann. Die sehr umfangreiche Dokumentation des Fachdialogs, der am 19. September 2014 stattfand, können Sie hier einsehen.

Auch in den 2013 vom Berliner Senat beschlossenen "Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik" spielt Teilhabe eine bedeutende Rolle. Unter Anderem umfasst das Papier eigene Leitlinien zu "Teilhabe an Kultur in der Stadt" und "Altersarmut/Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabechancen". Das komplette Papier finden Sie hier.

Das Berliner Wohnteilhabegesetz bezieht sich auf die verschiedenen Formen des Betreuten Wohnens bzw. der Pflegeeinrichtungen und schreibt dort ein Mitspracherecht der Bewohnerinnen und Bewohner bei der Gestaltung ihrer Wohnräume und der Hilfeplanung fest. Außerdem sind darin eine Befragung der Nutzer-Zufriedenheit und die Einrichtung eines Beschwerdemanagements festgelegt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Ansprechpartner

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin
Stefan Weigand

Friedrichstraße 231
10969 Berlin

Tel.: 030 - 44 31 90 66

E-Mail:
weigand(at)gesundheitbb.de

Dokumentation

© fotozick / Fotolia

 

Die Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin hat im Rahmen des Gesundheitsziel- prozesses den Fachdialog "Brücken bauen - Zugänge zu Älteren gestalten und soziale Teilhabe fördern" organisiert. Die umfangreiche Dokumentation des Fachdialogs, der am 19. September 2014 stattfand, können Sie hier einsehen.