Projekt zur Gesundheits- und Arbeitsförderung bei Arbeitslosen gestartet

Friday, 19. January 2018

Die Berliner Bezirke Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf nehmen seit Juni 2017 am bundesweiten Modellprojekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen“ teil. Die gesetzlichen Krankenkassen und Krankenkassenverbände schließen mit den Jobcentern in den beiden Bezirken Kooperationsvereinbarungen ab. Auf dieser Basis arbeiten die Kooperationspartnerinnen und -partner nun gemeinsam daran, Arbeits- und Gesundheitsförderung in den beiden Bezirken stärker zu verzahnen.

Gesundheit Berlin-Brandenburg unterstützt, begleitet und berät die Bezirke

Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V wurde von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen mit der Koordination des Modellprojekts in Berlin und Brandenburg beauftragt. Der Verein unterstützt in dieser Rolle auch den Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland, der ebenfalls am Modellprojekt teilnimmt.

Mit lokalen Partnern werden Maßnahmen mit und für Erwerbslose entwickelt

In Rahmen des Modellprojekts werden in den Bezirken möglichst partizipativ bedarfsgerechte Gesundheitsangebote für Erwerbslose auf- und ausgebaut. Zugänge zu (bestehenden) Angeboten sollen erleichtert werden. Das Jobcenter sensibilisiert Erwerbslose im Rahmen seiner Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen für Angebote im Umfeld und motiviert zur freiwilligen Teilnahme. Angebote und Maßnahmen finden bei freien Trägern statt: Diese sind gut im Stadtteil vernetzt, haben Erfahrungen mit sogenannten „schwer erreichbaren“ Zielgruppen und bieten niedrigschwelligen Zugang. Die QPKen (Organisationseinheit des Bezirksamtes zur Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes) in den Bezirken beteiligen sich an der Steuerung der Modellvorhaben und stellen u. a. Schnittstellen zu vorhandenen Strukturen der bezirklichen Gesundheitsförderung her.

Ziel des Modellprojekts

Anhaltende Arbeitslosigkeit kann zu einem gesundheitlichen Risiko werden. Bei vielen Betroffenen fallen die gewohnten Tagesstrukturen weg, sie verlieren soziale Kontakte und damit oft auch das eigene Selbstwertgefühl. Mitarbeitende der Jobcenter berichten von einer hohen Zahl an Klientinnen und Klienten mit psychischen Belastungen. Die zu entwickelnden passgenauen Maßnahmen im Rahmen des Modells sollen erwerbslose Menschen in erster Linie in ihrer Gesundheit stärken und soziale Teilhabe ermöglichen.
In Lichtenberg wurde am 17. November 2017 die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Jobcenter und den gesetzlichen Krankenkassen und Krankenkassenverbänden unterzeichnet. Gemeinsam mit der Kiezspinne FAS (Frankfurter Allee Süd) und in Begleitung der QPK bauen die Kooperationspartnerinnen und -partner im Bezirk ein Netzwerk zur Gesundheitsförderung bei erwerbslosen Menschen auf. Vor allem erwerbslose Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete und Alleinerziehende sowie Erwerblose mit psychischen Belastungen in Lichtenberg sollen davon profitieren.
Auch in Steglitz-Zehlendorf werden die Kooperationspartnerinnen und -partner in Kürze den Kooperationsvertrag unterzeichnen. In diesem Bezirk gilt das besondere Augenmerk erwerblosen Menschen mit psychischen Belastungen. Aktuell sind QPK sowie die freien Träger Reha Steglitz und Perspektive Zehlendorf als Partner in das Projekt eingebunden.

Hintergrund des Modellprojekts

Die verstärkte Zusammenarbeit von Jobcentern, Krankenkassen und kommunalen Partnerinnen und Partnern geschieht im Zuge der Umsetzung des Präventionsgesetzes. Dazu werden nachhaltige kommunale Strukturen zur Prävention und Gesundheitsförderung in den Lebenswelten auf- und ausgebaut.
Das Modellprojekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung“ ist eine erste sichtbare Maßnahme in diesem Rahmen. Das bundesweite Modellprojekt wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA im Auftrag und mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen nach § 20a SGB V gefördert.  Das Modellvorhaben hat zunächst eine Laufzeit bis Ende des Jahres 2019.


Kontakt und weitere Informationen zum Modellprojekt in Berlin und Brandenburg:
Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Cornelia Reichert (geb. Wagner),
Tel: 030-44 31 90 95
E-Mail: reichert[at]gesundheitbb.de