Gesundheitsförderung bei Langzeitarbeitslosen in Marzahn-Hellersdorf

Monday, 31. August 2015

Das Projekt „Gesundheit leben – Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen in Marzahn-Hellersdorf“ ist am 1. Juli mit einer Laufzeit von zwei Jahren gestartet.

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf hat sich vorgenommen, langzeitarbeitslosen Menschen neue Chancen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu bieten. Bereits seit Anfang letzten Jahres entwickelt ein Netzwerk auf Einladung der Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Dagmar Pohle, Ideen und Aktivitäten dazu. Im Juli konnte nun das Projekt „Gesundheit leben“ starten, das Gesundheit Berlin-Brandenburg in enger Absprache mit dem Bezirksamt bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beantragt hat. Das Projekt verbindet Gesundheitsförderung und Arbeitsförderung mit Gemeinwesenarbeit. Langzeitarbeitslose erfahren häufig Stigmatisierung und können nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Miteinander teilhaben. Neben Aktivierung, Qualifizierung und Gesundheitsförderung ist deswegen auch die soziale Integration der Teilnehmenden ein Anliegen des Projekts.

Langzeitarbeitslose Personen werden in drei Nachbarschaftseinrichtungen der Marzahn-Hellersdorfer Großsiedlungen (Stadtteilzentrum Hellersdorf-Ost, Stadtteilzentrum MOSAIK und Bürgerhaus Südspitze) ausgewählte Kursangebote durchlaufen und die Möglichkeit bekommen, einen gesunden Alltag zu erproben. Dabei können sie psychosoziale, Sport- und Bildungseinrichtungen im Kiez kennenlernen.

Aktivitäten auch in Eigenregie

 

Über die Kurse hinaus, können  die Teilnehmenden zudem ihre Aktivitäten in Gruppen eigenverantwortlich planen und durchführen. Dies können Schwimmbad-Besuche, gemeinsame gesunde Mahlzeiten oder Ausflüge sein, aber auch Aktivitäten zur Weiterbildung oder solche, die eher zum Bereich Arbeitserprobung zählen, wie bürgerschaftliches Engagement. Die Angebote orientieren sich an den Wünschen und Bedarfen der Teilnehmenden.

Auf bestehende Kooperationen des Jobcenters, des Bezirksamts und der Nachbarschaftseinrichtungen wird intensiv zurückgegriffen. Weitere Partner, die zur Unterstützung benötigt werden, werden gewonnen. So wird den Teilnehmenden Beratung zu gesundheitlicher Versorgung, Sucht, Schulden, etc. angeboten und sie werden an spezialisierte Anbieter vermittelt. Ebenfalls wird ihnen ein kostenloser Zugang zu Präventionskursen der Krankenkassen ermöglicht. Das Jobcenter informiert bei Beratungen seine „Kundinnen und Kunden“ zur Möglichkeit der Teilnahme am Projekt.

Langfristig Netzwerke aufbauen

 

„Gesundheit leben“ fördert die Zusammenarbeit zentraler Institutionen bei der Reintegration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt. Das Projekt verfolgt das Ziel, im Bezirk nachhaltige Strukturen aufzubauen. Kooperationen sollen auch über die Projektlaufzeit hinaus weitergeführt und die erprobten Ansätze und Angebote verankert werden. Im Ergebnis des Projekts sollen in den beteiligten Regionen Netzwerke mit niedrigschwelligen gesundheitsförderlichen Angeboten für langzeitarbeitslose Menschen zur Verfügung stehen.

Das Projekt „Gesundheit leben“ ergänzt ein Modellprojekt zur Umsetzung der Empfehlung zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der Gesetzlichen Krankenversicherung vom Februar 2012, das die Partner in Marzahn-Hellersdorf bereits seit Anfang dieses Jahres als einem von bundesweit sechs Standorten durchführen.

 

Stefanie Zore und Stefan Bräunling, Gesundheit Berlin-Brandenburg