Teilhabe für Ältere mit psychischer Erkrankung stärken

© GordronGrand / Fotolia

Mangelnde soziale Teilhabe ist ein Gesund­heitsrisiko – Teilhabe hingegen ist eine bedeutende Ressource. Zu häufig werden Depressionen und Demenzen bei älteren Menschen nicht erkannt oder sie werden gar als normal betrachtet, weil unterstellt wird, dass alte Menschen vom Leben nichts mehr zu erwarten hätten. Psychisches Leiden wird dann einfach medikalisiert: z.B. Antidepressiva gegen Einsamkeit oder Beruhigungsmittel ge­gen Verzweiflung verschrieben. Dagegen wird psychotherapeutische Behandlung alten Menschen meistens vorenthalten.

Symptome mangeln­der sozialer Teilhabe werden oftmals nicht als solche ernst genommen, da die Diskussion um Demenz und Depression im Alter noch stark vom Versorgungsdenken dominiert ist. Peter Wißmann erläutert in diesem Artikel (PDF), dass die Wahrnehmung der Teilhabe an Sport, Kultur, Gesellschaft und Politik ein Umdenken erfordert: Betroffene sollten nicht mehr als Demenzkranke, sondern als Bürgerinnen und Bürger mit Demenz verstanden werden. Mit Blick auf die Ottawa-Charta (PDF) der WHO sollte es Ziel sein, für ältere Menschen gesunde Lebenswelten zu schaffen - dies war auch eine der zentralen Botschaften des Gesund­heitsforums der LandesgesundheitskonferenzFit, erfüllt und glücklich? Psychische Gesundheit Älterer in Berlin (PDF)“ in 2012. Die von der Bundesregierung unterzeichnete UN-Behindertenrechtskonvention (PDF) erklärt Inklusion von Menschen mit Behinderung zum obersten Ziel. Menschen mit Demenz und Depressionen haben dementsprechend ein Recht auf Selbstbestimmung, Diskriminierungsfreiheit, Chancengleichheit und gleichberechtigte, gesellschaftliche Teilhabe. Die Entwicklung hierfür benötigter Rahmenbedingungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Die Landesgesundheitskonferenz Berlin hat als Ziel (PDF) beschlossen, die gesellschaftliche Teilhabe psychisch kranker, älterer Menschen und ihrer Angehörigen zu fördern und adäquate Versorgungsstrukturen weiter zu entwickeln. Teilziele sind es, das Wissen in der Bevölkerung über das Krankheitsbild Demenz und die Akzeptanz von Menschen mit Demenz zu fördern. Zudem sollen zentrale Akteurinnen und Akteure des öffentlichen Lebens im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen geschult und Konzepte entwickelt werden, um Betroffene in Krankenhäusern bedarfsgerecht zu versorgen. Auch soll die Früherkennung depressiver Erkrankungen sowie der Zugang und die Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Angeboten für ältere Menschen mit einer Depression verbessert werden.

Einen Einblick in Berliner Projekte, die soziale Teilhabe bei Menschen mit Demenz unterstützen, erhalten Sie »hier.

Ansprechpartner

Stefan Weigand

Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin

Friedrichstraße 231

10969 Berlin

Tel.: 030 - 44 31 90 66

E-Mail: weigand(at)gesundheitbb.de