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Ad-hoc-AG Diskriminierungssensibles Gesundheitswesen

Diskriminierung ist eine „relevante soziale Determinante der Gesundheit“, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) zuletzt im Journal of Health Monitoring (2026) festgestellt hat. Auch andere Studien, wie die Sonderauswertung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP, 2026) im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, zeigen einen deutlichen statistischen Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und einem schlechteren Gesundheitszustand.

Menschen mit Diskriminierungserfahrungen vermeiden oder verzögern notwendige Behandlungen häufiger, berichten über schlechtere subjektive Gesundheit und weisen ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen auf. Damit ist der Abbau von Diskriminierung eine zentrale Voraussetzung für gesundheitliche Chancengerechtigkeit in Deutschland.

Am 24. März 2026 kamen rund 20 Akteur*innen aus dem Gesundheitswesen und Antidiskriminierungsbereich zusammen, um eine Ad-hoc-AG zu gründen, die an der Ausformulierung nächster Schritte und Ziele zur Umsetzung des LGK-Beschlusses für ein "Diskriminierungssensibles Gesundheitswesen" als Teil von organisationaler Gesundheitskompetenz arbeitet.

Schwerpunkte für die AG in den kommenden zwei Jahre sind:

  • Qualifizierung: Sensibilisierung und Wissen zu Antidiskriminierung sollen fester und verpflichtender Bestandteil von Ausbildung, Studium und Fortbildung aller Gesundheitsberufe sein.
  • Beschwerde-Infrastruktur: Berlin braucht kompetente, vernetzte und transparente Strukturen, die auf Diskriminierungsbeschwerden professionell reagieren. 

Wie geht es weiter?

Mit dem Auftakt ist der Arbeitsprozess gestartet. Koordination und Moderation übernimmt künftig die Fachstelle Gerecht:Behandelt- gegen Diskriminierung im Gesundheitswesen.

In einem Folgetreffen der Ad-hoc-AG am 2. Juni 2026 wurden Meilensteine und Zielwege konkretisiert und in konkrete nächste Arbeitsschritte übersetzt. 

Nächste reguläre AG-Termine:

  • Dienstag, 01. September 2026, 13 bis 15.30 Uhr
  • Dienstag, 24. November 2026, 13 bis 15.30 Uhr

Hier geht es zum Rückblick des Auftakt-Workshop durch die Fachstelle Gerecht:Behandelt.


Mehr als ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung (26,6%) berichtet von Diskriminierungserfahrungen im Gesundheitswesen (Haushofer et al. 2024). Besonders betroffen sind Frauen, jüngere Menschen, Personen mit niedrigerem Einkommen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Internationale und nationale Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen wahrgenommener Diskriminierung, der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und gesundheitlichen Ergebnissen (Lawrence et al. 2023). Darüber hinaus verschärfen Diskriminierungserfahrungen von Beschäftigten im Gesundheitswesen den bereits bestehenden Fachkräftemangel (Häberlein et al. 2022).

Ansprechpersonen

Sascha Rewald und Nastaran Tajeri-Foumani | Fachstelle Gerecht:Behandelt - gegen Diskriminierung im Gesundheitswesen

Bei Fragen zur AG Diskriminierungssensibles Gesundheitswesen wenden Sie sich an Ina Ravens


 

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